Was bedeutet der Begriff „Sozialauswahl“ bei der betriebsbedingten Kündigung?

Eine Sozialauswahl muss der Arbeitgeber zwingend bei einer betriebsbedingten Kündigung durchführen, wenn ein Arbeitnehmer des Betriebes aus betriebsbedingten Gründen gekündigt werden soll. Wie auf unserer Homepage schon dargelegt, sind Gründe für eine betriebsbedingte Kündigung z. B. Outsourcing, Personalabbau aufgrund einer Rationalisierung oder aufgrund eines starken Auftragsrückganges.

Die Sozialauswahl ist deswegen so wichtig bei einer betriebsbedingten Kündigung, da die Kündigung unwirksam ist, wenn diese Sozialauswahl nicht richtig durchgeführt worden ist. Es sei schon jetzt vorausgeschickt, dass es nicht möglich ist, nach der Kündigung eines Arbeitnehmers die Sozialauswahl nachzuholen. Die Sozialauswahl muss zwingend vor der Kündigung des Arbeitnehmers/-in erfolgen.

Beispiel für eine Sozialauswahl:

In der Buchhaltungsabteilung arbeiten die Buchhalterinnen A und B sowie der Buchalter C. Aufgrund eines neuen Buchhaltungsprogramms, welches sich die Firma angeschafft hat, benötigt die Firma nur noch zwei Buchhalter/-innen. Aus diesem Grund muss ein Buchhalter/-in gekündigt werden.

Wer soll nun gekündigt werden?

Ermittlung der einzelnen Sozialkriterien bzgl. der Sozialauswahl:

Als Auswahlkriterien stehen u. a. zur Verfügung

  • die Betriebszugehörigkeit,
  • die Unterhaltspflichten,
  • das Lebensalter
  • sowie eine Schwerbehinderung der Arbeitnehmer/-innen.

Frau A ist 24 Jahre alt und seit drei Jahren im Betrieb tätig.
Frau B ist schwerbehindert, 15 Jahre im Betrieb tätig und alleinerziehende Mutter.
Herr C ist 35 Jahre alt und seit 10 Jahren im Betrieb tätig.

Wendet man nun die obigen Sozialkriterien auf die Arbeitnehmer/-innen A, B und C an, so muss nach sozialen Gesichtspunkten Frau A, welche 24 Jahre alt und nur ein paar Jahre im Betrieb tätig ist, gekündigt werden, da diese „weniger schützenswert“ ist, als die anderen zwei Buchhalter/-innen.

Bevor jedoch Frau A gekündigt wird, muss der Betrieb prüfen, ob er nicht für die Buchhalterin Frau A eine andere freie Arbeitsstelle im Betrieb hat, welche diese ausfüllen könnte.

Gibt es keine andere zumutbare freie Arbeitsstelle für die Buchhalterin A, so wird diese gekündigt.